4.Schwangerschaftswoche

Erste spürbare Veränderungen

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Sie ahnen es, in Ihrem Körper tut sich bereits eine Menge und das obwohl Sie erst in der 4.Schwangerschaftswoche sind. Ihr Organismus arbeitet mit Höchstleistung , er macht sich sozusagen fit für die nächsten Monate. Dann wird Ihr Körper eine immense Leistung vollbringen müssen. Nichts ist mehr so wie es vorher war. Im Folgenden möchte ich Sie über die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft, die weitere Entwicklung des in Ihnen heranwachsenden neuen Lebens und über das wichtigste Organ einer Schwangerschaft- die Plazenta (Mutterkuchen)- informieren.Schwerpunkte in der 4.Schwangerschaftswoche:

Schwerpunkte in der 4.Schwangerschaftswoche

  • Erste Anzeichen einer Schwangerschaft
  • Die Einnistung der Blastozyste
  • Die Plazenta (Mutterkuchen) und ihre Funktion

Erste Anzeichen einer Schwangerschaft

Jede Frau und vor allem jede einzelne Schwangerschaft zeigt sehr individuelle und unterschiedliche erste Anzeichen einer Veränderung.

Die am häufigsten auftretenden Anzeichen einer Schwangerschaft sind u.a.:

  • morgendliche Übelkeit
  • Erbrechen und Schwindel
  • Ausfluss, Brustspannung
  • Ziehen im Unterleib
  • Vermehrter Harndrang

Oft gesellen sich noch spürbare psychische Veränderungen wie z.B. verstärkte Müdigkeit oder extreme Stimmungsschwankungen hinzu. Diese Anzeichen einer Schwangerschaft werden durch die Veränderungen in Ihrem Hormonhaushalt hervorgerufen.

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WICHTIG! Alle angesprochenen Zeichen einer Schwangerschaft sind jedoch unspezifisch, was bedeutet, dass jedes einzelne dieser Anzeichen auch eine andere Ursache haben kann. Selbst das Ausbleiben Ihrer Regelblutung zählt noch zu den unsicheren, aber wahrscheinlichen ersten Anzeichen einer Schwangerschaft. Ob es sich letztendlich wirklich um eine Schwangerschaft handelt, stellt Ihr Frauenarzt/Ärztin mittels Schwangerschaftstest oder per Ultraschall (Sonografie) fest.

Beim Ultraschall können Sie bereits akustisch die kindlichen Herztöne wahrnehmen .Ein sicherlich unvergessliches Ereignis. Ebenso können Sie das Kleine bereits optisch durch eine Sonografie sehen. Bei einer bereits fortgeschrittenen Schwangerschaft (ca. jenseits der 16.Schwangerschaftswoche) ist es weiterhin möglich, dass Sie die Kindsbewegungen spüren. Letzteres ist sicherlich ein besonders intensives Anzeichen einer Schwangerschaft.

Die Einnistung der Blastozyste

In der 4.Schwangerschaftswoche verbringt die aus der befruchteten Eizelle hervorgegangene Blastozyste (siehe auch 3. SSW) ihre Zeit damit, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Dabei spezialisiert sich bereits ein Teil der Blastozysten-Zellen zum Mutterkuchen (Plazenta) und bereitet sich auf die spätere Versorgung des Babys vor. Ein weiterer Teil der Blastozysten-Zellen entwickelt sich jetzt zur Fruchtblase und zum Fruchtwasser. Und wieder andere Blastozysten-Zellen entwickeln sich zur Keimscheibe – dem eigentlichen Embryo.

Bereits 14 Tage nach dem Eisprung ist die Einnistung (Implantation) beendet. Jetzt, am Ende des ersten Schwangerschaftsmonates, ist der Embryo etwa 2 Millimeter groß.

Die Plazenta (Mutterkuchen) und ihre Funktion

Der Mutterkuchen (Plazenta) besteht ausschließlich während einer Schwangerschaft. Er bildet das Bindeglied zwischen der Mutter und dem Kind während der gesamten Zeit der Schwangerschaft. Sind die Plazentazellen der Blastozyste fest in die Gebärmutterwand eingewachsen, übernehmen sie die Versorgung des Embryos. Dies passiert ungefähr ab dem 10.-11. Schwangerschaftstag. Über die Nabelschnur erfolgt die Verbindung zwischen dem Baby und der Plazenta. So wird die gesamte Versorgung des Embryos bzw. später Fötus mit allen erforderlichen Nährstoffen und Sauerstoff gewährleistet. Weiterhin werden über die Plazenta alle Abbauprodukte des Babys und das Kohlenstoffdioxid aufgenommen und abtransportiert.Die Plazenta besteht aus einem kindlichen und einem mütterlichen Gefäßsystem, welche nur durch zwei bis drei Zellschichten voneinander getrennt sind. Diese Schichten nennt man „Platzentaschranke“- sie wirkt wie eine „Grenze“ zwischen Mutter und Kind. Diese Platzentaschranke stellt eine passive Filtermembran dar. Diese ermöglicht oder verhindert den Übertritt von vielen im Blut gelösten Bestandteilen und Substanzen.

4.Schwangerschaftswoche-ihr Kind erhält nicht nur die guten Sachen!

Weiterhin gelangen durch Diffusion:

  • Sauerstoff, Wasser, Zucker (Glukose)
  • Aminosäuren und Elektrolyte, bestimmte Vitamine
  • aber auch Alkohol, Gifte, Drogen und manche Medikamente

zum Fetus.

Bedenken Sie Alkohol, Nikotin, Medikamente, Drogen und verschiedene Gifte können diese Grenze passieren!

Daher können Sie ungefiltert in das kindliche Blut gelangen und Ihrem Kind schaden. Ebenso können viele Medikamente die Plazenta überqueren und sollten deshalb nur in wohlüberlegten Situationen und unter Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Weiterhin können Proteine (Eiweiß), Antikörper (vom Typ IgG, die bei der Immunabwehr eine Rolle spielen) und Fette über Einschlusskörperchen (Vesikel) in die Zellen des Kindes gelangen.Ebenso vermögen verschiedene Viren und Bakterien, über die Plazenta zum Ungeborenen überzutreten. Für die frühe kindliche Immunabwehr ist die Übertragung von mütterlicher IgG-Antikörpern auf das Ungeborene von großer Bedeutung. Da das Immunsystem des Kindes noch nicht ausreichend aufgebaut ist und es selbst bis einigen Monaten nach der Geburt noch keine ausreichenden eigenen Antikörper bilden kann, profitiert es daher zunächst von denen der Mutter (Nestschutz).Unmittelbar nach der Geburt des Kindes wird der Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutter gelöst und ausgestoßen (auch als Nachgeburt bezeichnet).

Catrin Bünger – Frauenärztin

Das war die 4.Schwangerschaftswoche, mehr Infos in der 5.Schwangerschaftswoche.