3.Schwangerschaftswoche

Liebe Schwangere, ich gratuliere Ihnen,

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laut medizinischer Rechnung sind Sie bereits in der 3.Schwangerschaftswoche. In diesen ersten drei Wochen sind wesentliche und interessante Dinge passiert.

Aber der Reihe nach. Was ist bisher passiert.

Nach dem Liebesakt ist es zum Einschwemmen von Millionen befruchtungsfähiger Spermien gekommen. Diese Spermien wanderten bei ihrer Suche nach der Eizelle durch den Gebärmutterhals in den Gebärmutterkörper und dann zum Eileiter. Erst im Eileiter fand letztendlich die Verschmelzung der mütterlichen Eizelle und des väterlichen Spermiums und deren jeweiliger Erbinformation statt. Anschließend ging es für die jetzt befruchtete Eizelle (Zygote) um Überleben oder Absterben. Das Ergebnis ist bekannt, sie hat überlebt!

Schwerpunkte in 3.Schwangerschaftswoche

  • Einteilung einer Schwangerschaft
  • Der Weg der Eizelle zum Embryo
  • Nährstoffe in der Frühschwangerschaft

Einteilung einer Schwangerschaft:

In der Medizin wird die genaue Dauer der Schwangerschaft ab dem ersten Tag der letzten Menstruationsblutung  (Zyklusbeginn) berechnet (post menstruationem – Abkürzung p.m.)

  • Die gesamte Schwangerschaft  wird dabei in 40 Schwangerschaftswochen (SSW) eingeteilt.
  • Die Befruchtung der Eizelle (Konzeption) erfolgt unmittelbar nach dem Eisprung (Ovulation),  ungefähr 14 Tage nach Zyklusbeginn (variiert je nach Zykluslänge).
  • Daher ist das Alter eines Embryos ca. 2 Wochen geringer als die angegebene  Schwangerschaftswoche.
  • Aktuell befinden Sie sich daher in der 3.Schwangerschaftswoche

Der Weg der Eizelle zum Embryo

Durch den sogenannten Eisprung (Ovulation) gelangt eine Ihrer Eizellen vom Eierstock in den Eileiter.

Im Anschluss an den Eisprung – innerhalb von 12 bis 24 Stunden- kann also diese Eizelle von einem Spermium befruchtet werden. Danach wandert diese befruchtete Eizelle durch den Eileiter direkt zur Gebärmutter. Auf diesem Weg teilt sich die Eizelle weiter und wird während dieser Phase als Morula bezeichnet. Ist die Eizelle in der Gebärmutter angekommen, nistet sich dieser sogenannte Zellhaufen (Blastozyste) in der Gebärmutterschleimhaut ein.

3.schwangerschaftswoche-eizelle-embryo-gesund-schwangerDie Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut wird auch als Implantation bezeichnet. Sie stellt die Grundlage für den zukünftigen Austausch von mütterlichen Nährstoffen, Sauerstoff und weiteren Substanzen über das Blut zwischen dem Embryo und der Mutter dar.

Nur bei 50 % dieser Blastozysten erfolgt eine Weiterentwicklung. Also nur, wenn die Voraussetzung für eine weitere Schwangerschaft auch gegeben ist.

Bei allen anderen kommt es zu sogenannten Fehlanlagen des Embryos z.B. durch Chromosomenstörungen, mütterlichen Hormonmangel oder Durchblutungsstörungen. Im Ergebnis erfolgt eine sehr frühe und unbemerkte Fehlgeburt (oft als „Blutungsströrung“ diagnostiziert).

In der Regel wissen Sie als Mutter zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie schwanger waren.

Nährstoffe in der Frühschwangerschaft und ab der 3.Schwangerschaftswoche

Während der gesamten Schwangerschaft – oder noch besser bereits vor einer Schwangerschaft ist es sehr wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, vor allem Folsäure und  Jod, zu achten. Beachten Sie bitte, dass der Nährstoffbedarf sich durch eine Schwangerschaft um ein Vielfaches erhöht. Und das bereits ab der 3.Schwangerschaftswoche. Im Speziellen möchte ich besonders auf zwei der wichtigsten Nährstoffe- Folsäure und Jod-  eingehen.

Was bewirkt Folsäure, warum ist diese so wichtig:

  • Folsäure ist wichtig für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse des Ungeborenen
  • Während der Frühschwangerschaft kann ein Mangel an Folsäure beim Ungeborenen mitunter zu fatalen Entwicklungsstörungen führen, wie z.B.:
      • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
      • Neuralrohrdefekte (Spaltbildungen der Wirbelsäule)
      • angeborene Herzfehler

Unser gewöhnlicher Speiseplan ist zur Deckung des Folsäurebedarfes während einer Schwangerschaft nicht ausreichend!

Daher sollten Sie bereits während der Planung Ihrer Schwangerschaft, ungefähr einen Monat vor Eintritt der Schwangerschaft zusätzlich täglich  ein Folsäure-Präparat  (Folsäure-Prophylaxe ca.700-800 Mikrogramm täglich) einnehmen.

Spätestens nach Feststellung der Schwangerschaft durch Ihren Frauenarzt sollten Sie mit der Einnahme beginnen und diese mindestens bis 3 Monate nach der Konzeption, am besten Fall bis zum Ende der Stillzeit, fortführen (600 Mikrogramm).

Jod, ein wichtiges Spurenelement

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Weiterhin ist Jod beteiligt bei:

  • der Steuerung des Wachstums
  • der Knochenbildung
  • bei der Gehirnentwicklung des heranwachsenden Babys im Mutterleib

Jod-Mangel verursacht meist eine Kropfbildung der Schilddrüse (Vergrößerung)und kann eine Unterfunktion der Schilddrüse beim Neugeborenen verursachen.

Ist ein Baby während der Zeit im Mutterleib mit Jod unterversorgt, treten nicht selten schwerwiegende Stoffwechsel- und Entwicklungsstörungen beim Baby auf.

WICHTIG! Der Bedarf an Jod steigert sich während Ihrer Schwangerschaft um ca.15 %.

Daher lautet die offizielle Empfehlung des Berufsverbandes der Frauenärzte neben einer ausgewogenen Ernährung gegebenenfalls eine zusätzliche Einnahme von 150 Mikrogramm Jod pro Tag. Diese Präparate sind im Handel in Kombination von Jod und Folsäure erhältlich.

Über die sinnvolle Zufuhr weiterer Nährstoffe vor, während und nach der Schwangerschaft berät Sie Ihr Frauenarzt/Ärztin.

In manchen Regelungen (z.B. der Gesetzgebung in Deutschland) beziehen sich die Angaben zum Beginn der Schwangerschaft allerdings auf den angenommenen Befruchtungszeitpunkt (post conceptionem bzw. p.c.) und betragen daher zwei Wochen weniger als in der medizinischen Rechnung! Die Angaben in diesem Newsletter beziehen sich, wenn nicht anders ausgesagt, auf die medizinische Zählung der Schwangerschaftswochen, also p.m.. Auch der Mutterpass und die Schwangerenvorsorge sind anhand dieser Berechnung aufgebaut.

Freuen Sie sich, Sie sind in der 3.Schwangerschaftswoche. Es kommt eine spannende Zeit auf Sie zu.

Catrin Bünger – Frauenärztin

Das war die 3.Schwangerschaftswoche, mehr Infos in der 4.Schwangerschaftswoche.

 

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