Risikofaktoren für die Fruchtbarkeit

Risikofaktoren für Ihre FruchtbarkeitRisikofaktoren sind viele verschiedene, individuelle Faktoren, welche sich Ihrer persönlichen Kontrolle entziehen, wie beispielsweise:

  • Frühere Erkrankungen
  • Konstitutionelle Probleme
  • Genetische Veranlagung
  • Falsche Ernährung
  • Stressfaktoren

Sowohl bei Ihnen als auch bei Ihrem Partner gibt es natürlich eine Vielzahl Faktoren für die Fruchtbarkeit, welche Sie beide unbedingt berücksichtigen sollten, wenn Sie sich optimal auf Ihre Schwangerschaft vorbereiten möchten.

Die wichtigste Risikofaktoren, welche die Fruchtbarkeit beeinflussen:

Ein zu starke körperliche Belastung oder Überanstrengung

Überdurchschnittliche sportliche Anstrengungen, körperlich schwere Arbeit, Schichtdienst und der daraus oft resultierender Schlafmangel sind in der Lage, Ihren Hormonhaushalt so durcheinander zu bringen, dass dadurch eine Beeinflussung der Fortpflanzungsfähigkeit die Folge sein kann. Frauen reagieren besonders bei zu starker körperliche Belastung mit Zyklusstörungen.Andererseits ist maßvoller, regelmäßiger Sport ist immer zu empfehlen. Dies hält nicht nur Ihren Körper fit, Sport in gesundem Maße wird sich begünstigend auf die Fruchtbarkeit auswirken.

 Andauernder-ungesunder Stress

Egal ob beruflicher oder familiäre negativer Stress über einen längeren Zeitraum wird die sexuelle Lust bei Frauen und Männern dämpfen und damit die Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit negativ beeinflussen. Dies begründet sich unter anderem darin, dass Ihr Körper unter Stress mehr Prolaktin produziert als üblich. Diese Überproduktion kann auf Dauer Einfluss auf Ihren Zyklus haben, die Eierstockfunktion stören und bei Männern einen negativen Einfluss auf die Hodenfunktionen hervorrufen.

Vorsicht bei diesen AnzeichenAndauernde Erschöpfungszustände, verstärkte Nervosität, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen sind deutliche Anzeichen für ungesunden Stress.

Rauchen und Nikotin

Das Rauchen und auch passives Rauchen die Fruchtbarkeit vermindert ist heute jedem Schulkind bekannt. Ich denke, es versteht sich von selbst, dass Sie zumindest während der Vorbereitung und natürlich auch während der Schwangerschaft bewusst darauf verzichten.

Bedenken Sie! Nikotin ist eines der stärksten Nervengifte überhaupt und beeinflusst die Durchblutung negativ.

Leider erlebe ich es in der täglichen Praxis immer wieder, mit welcher Ignoranz werdende Mütter das Thema Rauchen negieren.

Alkoholkonsum- und Drogen

Allgemein gilt die Meinung, dass mäßiger Alkoholkonsum die Fortpflanzungsfähigkeit nicht   negativ beeinflusst. Ich möchte mich dieser Meinung nicht anschließen! Das ist für mich eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Alkohol ist ganz einfach eine Substanz, mit der unser Körper nichts aber überhaupt nichts anfangen kann.

Wenn Sie also jegliches Risiko für Ihre Fruchtbarkeit ausschließen möchten, dann verzichten Sie einfach auf Alkohol. 

Gleiches gilt natürlich für Drogen jeglicher Art. Es bedarf meiner Auffassung nach weder einer wissenschaftlichen Studie noch anderer geistiger Anstrengungen um festzustellen, dass Drogen, welcher Art auch immer, in keiner Weise Ihrer Fruchtbarkeit oder dem neuen Leben förderlich sind. Meiden Sie Drogen!

Medikamente

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht auf gewisse Medikamente verzichten können, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob es möglich ist, während der Zeit des Kinderwunsches auf andere, vielleicht natürliche Präparate auszuweichen.

Zu den Medikamenten, welche einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können, gehören beispielsweise:

  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Verschiedene Medikamente gegen Bluthochdruck

Spätestens mit Beginn einer Schwangerschaft werden Sie das Thema mit Ihrer Frauenärztin/Arzt noch extra besprechen.

Allgemeine Erkrankungen

Um sicher zu gehen, sollten Sie dieses Thema immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. In jedem Fall sollte die medizinische Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Kinderwunsches erfolgen.

Bekannt ist heute, dass unter anderem Diabetes, Endometriose und Funktionsstörungen der Schilddrüse die Fruchtbarkeit herabsetzen können.

Untergewicht und Übergewicht

Bei vielen stark übergewichtigen Frauen zeigt sich ein hormonelles Ungleichgewicht, welches oft zu Zyklusstörungen führt. Studien belegen, dass stark übergewichtige Männer eine Einschränkung der Samenqualität aufweisen. Bei stark untergewichtigen Frauen bleibt nicht selten die Monatsblutung aus und es kommt zu keinem Eisprung.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass bei einer Regulierung des Über- oder Untergewichtes auch wieder eine Normalisierung des Hormonhaushaltes geschieht. 

Schadstoffe und unsere Umwelt

Leider lässt sich der Kontakt mit Schadstoffen aus der Umwelt heute nicht gänzlich  vermeiden. In jedem Fall ist es sinnvoll, beim Kauf von Lebensmitteln, Kleidung, Gebrauchsgegenständen darauf zu achten, dass diese zumindest umweltschonend produziert wurden und wenig belastet sind. Sollten Sie aus beruflichen Gründen regelmäßig mit Schadstoffen, Schwermetallen wie Cadmium, Blei, Quecksilber  (um nur einige zu nennen) in Berührung kommen, so kann ein Test sinnvoll sein. Nur so erhalten Sie Aufschluss darüber, wie hoch Ihre eigene Belastung ist.

Sicherlich gibt es noch eine Reihe mehr  ungünstiger Faktoren für die Fruchtbarkeit. Die Wissenschaft hat ständig neue Erkenntnisse. Diese Auflistung erhebt also keinen Anspruch aus Vollständigkeit.

WICHTIG ist aus meiner Sicht noch folgender Aspekt:

Ich bin der Überzeugung, dass das Aufeinandertreffen mehrerer der vorgenannten Risikofaktoren die Fruchtbarkeit sogar noch stärker mindern.

Catrin Bünger – Frauenärztin

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